am letzen Wochenende liefen in Nürnberg gleich drei Messen parallel. Eine ging über Waffen, eine wendet sich an Leute über 50, die dritte war die Werkstättenmesse. Gemeint sind damit Behindertenwerkstätten, die ihre Produkte ausstellen und auch gleich auf der Messe verkaufen.
Ich war erstaunt über die Vielfalt der angebotenen Sachen.
Holzspielzeug und Töpferwaren, damit hatte ich gerechnet, nicht gerechnet habe ich mit kleinen Niedervoltlampen die sehr helles Licht geben und auch nicht mit einem Hochleistungsspazierstock aus verleimtem Schichtholz und einem Kern aus Gummimaterial.
Für mich habe ich was Praktisches gefunden, ein römisches Notizbuch, will sagen eines dieser doppelten Schreibtäfelchen, die man immer im Lateinbuch abgebildet sieht. Da sind in einen Holzrahmen Wachsschichten eingelassen in die man mit einem Griffel schreiben kann. Mit der breiten Rückseite des Griffels kann man wieder auslöschen, was man nicht mehr braucht. Mit solchen versiegelten Täfelchen wurden im römischen Reich Nachrichten weitergegeben.
Billiger ist das, solange die Alternative ist, dass man erst ein Tier schlachten und die Haut zu Pergament gerben muß.
Der erste Praxistest zeigt: der Kontrast des Geschriebenem auf dem Untergrund läßt sehr zu wünschen übrig, schwarze Rillen auf schwarzem Grund. Dann ist das Gerät in seiner Nutzung temperaturabhängig. Schreiben kann man bei diesem Winterwetter gut, will man die Wachschicht wieder glatt streichen, sollte man das Täfelchen erst mal auf einer Heizung aufwärmen, sonst krümelt es einfach zu sehr.
Gut ist, dass man nicht immer irgendwelche Zettel wegwefen muß, wenn man sich nur die Abfahrtzeit eines Zuges oder ein kurzes Stichwort aufschreiben will. Es flimmert auch nicht, und es droht kein Systemausfall, weil das Gerät ganz ohne elektronische Bauteile funktioniert.
Mal gucken, wie ich damit weiter zurecht komme, ich werde es Euch berichten.
Liebe Grüße von der Rabeneva,
an alle Leser und natürlich auch an die Dogge Murphy!
